Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 14. März
"Die Stadt will die Hundesteuer erhöhen. Wie aus einer Beschluss-Vorlage hervorgeht, soll ab Januar nächsten Jahres die Steuer für das Halten eines Hundes von 76,69 Euro auf 90 Euro steigen. Für jeden weiteren Hund wären dann 160 Euro fällig, bisher waren es 153,38 Euro. Für gefährliche Hunde soll die Steuer nur geringfügig auf einen glatten Betrag angehoben werden - von 613,55 auf 614 Euro.
Zudem können die Steuern statt einmal jährlich dann in vier Raten gezahlt werden, weil die Verwaltung immer mehr Anträge zur Stundung der Zahlungen erhält. Etwa die Hälfte aller Hundebesitzer beantragt einen Zahlungsaufschub.
Die Stadt geht davon aus, dass sich durch die höhere Hundesteuer ein Einnahmeplus im Jahr 2008 von insgesamt rund 118 365 Euro ergeben würde."
Schon jetzt können Sie sich, liebe Tierfreunde, an einer Diskussionsrunde (Forum) auf www.tierschutzportal.de beteiligen.
24. März
Noch höhere Steuer?
Laut MZ-Mitteilung wird über weitere Erhöhung diskutiert. Nun werden für den Zweithund 180 Euro und für den "Kampfhund" 720 Euro angegeben.
Mein Protestbrief an die Stadt Halle
Protest gegen die geplante Hundesteuererhöhung der Stadt Halle
Werte Frau Oberbürgermeisterin,
auch ich bin Hundehalter und aktiv im Bereich des Tierschutzes tätig. Nicht selten habe ich vorübergehende Untermieter ? nicht nur Katzen und Kaninchen gehören dazu, auch Hunde. So wurden vor 10 Jahren die Tiere zumeist wegen Wohnungswechsels, Arbeitsstellenwechsels oder ?fehlender Lust? zur Vermittlung abgegeben. Heute rückt der finanzielle Grund immer mehr in den Vordergrund.
Bei einer Hundesteuererhöhung werden weitere Hundehalter in Bedrängnis geraten und diejenigen, die bisher die Eisen aus dem Feuer geholt haben, werden in Zukunft noch mehr Probleme lösen müssen. Die Stadt selbst wird wohl kaum Lösungsvorschläge für die betroffenen Bürger parat haben oder diesen hilfreich zur Seite stehen wollen! Die von der Stadt so großzügig angebotene Quartalszahlung kann da nur als lächerlich bezeichnet werden.
Eine Rentnerin mit Mindestrente, die seit 10 Jahren mit ihrem geliebten Hund zusammenlebt, sich anfallende Tierarztkosten, Versicherung und bestehende Steuerkosten vom Munde abspart, wird sich die letzten Lebensjahre ihres Lieblings dann wohl bald mit Wasser und Brot begnügen müssen.
Oder ein Langzeitarbeitsloser und HartzIV-Empfänger, dem vielleicht nur sein geliebter Hund als Lichtblick geblieben ist, wird dann bald bettelnd auf der Straße stehen?
Verzweifelte Menschen, die seit vielen Jahren mit ihrem Vierbeiner zusammengelebt haben, können doch nun nicht gezwungen werden, sich von diesen zu trennen. Ist dies das Anliegen der Stadtverwaltung? Wohl kaum! Die Hunde, die dann nicht mehr gehalten werden können, müssten ins Tierheim. Aus Altersgründen wären diese dann nicht mehr vermittelbar. Und bei weiter steigenden Kosten werden sich auch kaum noch Tierfreunde finden lassen, die einem alternden Hund aus dem Tierheim das Gnadenbrot geben können. Wer trägt dann die Kosten? Die bereits finanziell am Limit lebenden Tierhalter? Ist kaum möglich! Oder will die Stadt in diesem Falle die anfallenden Kosten per Gerichtsbeschluss vom verzweifelten Bürger eintreiben lassen? Wo nichts mehr ist, kann auch nichts mehr ausgequetscht werden.
Die Stadt kann und darf sich nicht auf den Schultern der aktiven Tierschützer ausruhen! Schon jetzt müssen diese Ehrenamtlichen viele Probleme auf ihre Kosten lösen. Keiner dieser Aktiven hat einen Goldesel im Keller stehen, der ihm Heu zu Euro umwandelt und ihn die Probleme lösen lässt. Nein, auch wir Tierschützer sind am Ende unserer Kräfte angelangt. Ich spreche hier auch im Namen vieler meiner Mitstreiter. Wir sind nicht bereit, die finanziellen Fehlentscheidungen und Fehlplanungen der Stadt auszubügeln!
Die ?Stadtväter? haben über Jahre hinaus über ihre Verhältnisse gelebt und geplant (nur ein Beispiel: Multimediazentrum) und müssen nun selbst die Konsequenzen tragen und dürfen diese nicht auf den Schultern der Bürger abladen.
Auch die geplante Streichung der Vereinszuschüsse ist beschämenswert. Menschen, die ehrenamtlich in Vereinen einen bedeutenden Teil der Stadtarbeit leisten, vor allem im sozialen Bereich, werden hier vor den Kopf gestoßen. Was nutzen da Einladungen zu Auszeichnungsveranstaltungen. Das kann doch dann nur noch als Augenwischerei bezeichnet werden.
Hiermit protestiere ich gegen die geplante Hundesteuererhöhung!
Auf Antwort wartend
C. Lämmerhirt