Pension Aktuell

23.05.2005

Unser Knuddelbär Max ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Er wird immer in unseren Herzen sein.

Max war unser Sonnenschein. So manche Nacht raubte er uns durch sein intensives Kuscheln und Schnurren den Schlaf. Der kleine, etwas rundliche Kerl war immer freundlich aufgelegt, Knurren oder Fauchen kannte er nicht. Trotz seiner Behinderung, ein Pfötchen war gelähmt, war er immer "auf Achse".

Max lag vor 14 Jahren 2 Tage lang auf der Hochstraße zwischen Halle und Halle/Neustadt. Wie viele Autos rasten an diesen Tagen an dem hilflosen Wesen vorbei ? Es müssen Tausende gewesen sein!

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Diese kleine Geschichte erschien im Heft 1/94 des Tierschutz Halle e.V.

Auch mit drei Pfoten kann man auf Bäume klettern

Hallo! Mein Name ist Max, ich bin ein grauer Kater. Ich möchte mich heute als Autor versuchen und Euch einen Teil aus meinem Leben erzählen. Es war an einem Tag im Februar, als ich auf einer großen und hohen Straße aufwachte (die Menschen nennen sie Hochstraße). Es war so furchtbar kalt und laut, und unzählige stinkende Knatterkisten rasten an mir vorbei. Ich zitterte am ganzen Körper - vor Angst und vor Kälte. Ich wollte nur wegrennen, wollte mich verstecken - aber meine Pfoten wollten mir einfach nicht gehorchen. Es wurde dunkel.

Die Knatterkisten bekamen alle große, helle und bedrohliche Augen, sie sahen jetzt aus wie böse Ungeheuer. Ich drückte mich immer fester an den kalten und feuchten Boden und wünschte mir so sehr, alles wäre nur ein Traum. Dann schlief ich ein. Am nächsten Morgen mußte ich feststellen, dass die Straße, der Lärm und die Kälte pure Realität waren. Die Angst begann von neuem. Meine Pfoten waren steif vor Kälte, und ich sehnte mich nach der Wärme meiner Kinderstube zurück. Was wird wohl aus meinen Geschwistern geworden sein? In diesem Augenblick ging mir meine ganze Katzenkinderzeit durch den Kopf, und ich wünschte mir, wieder so unbeschwert spielen zu können wie damals. So verging die Zeit.

Plötzlich kamen Menschen auf mich zu. Ob sie mich wohl wieder in eine Knatterkiste stecken wollten, um mich wieder irgendwo zu verlieren ? Meine Angst wuchs, und ich wollte wegrennen, wollte mich in Luft auflösen - aber die Menschen waren schneller. Sie packten mich, steckten mich in einen grünen Korb, und samt Korb kam ich in eine Knatterkiste. Ich duckte mich in die hinterste Ecke des Korbes und drückte meine Augen ganz fest zu und hoffte immer noch, alles wäre ein Traum. Als ich meine Augen öffnete, sahen mich Menschen in weißen Kitteln an. Sie drehten und wendeten mich und legten mich unter eine große surrende Maschine. (Heute weiß ich, es war ein Röntgengerät, und die Menschen schauten sich damit meine Knochen an.) Die Kittelmenschen tuschelten noch eine Weile und steckten mich dann wieder in den grünen Korb.

Irgendwann wachte ich auf einer warmen und weichen Decke auf. Zwei Menschen saßen mir gegenüber und erzählten mir die seltsamsten Dinge. Sie streichelten mich, und ich fühlte mich so richtig wohl. Langsam bekam ich Hunger und ich machte durch lautes Mauzen darauf aufmerksam. Prompt brachten mir die Menschen ein Schälchen mit leckerem Futter. Danach verschwanden sie, und bald darauf erschien ein großer grauer Kater. ?Hallo, ich heiße Fips und bin hier zu Hause", sagte er. Er begann, mir von seinen Menschen zu erzählen, und ich begann, mich bald so wohl wie in meiner Kinderstube zu fühlen. Leider erzählte mir Fips auch, dass oft andere Katzen zu Besuch seien und später von anderen Menschen wieder abgeholt wurden. Diese Katzen bekamen bei anderen Menschen ein neues Heim. Ich hatte Fips schon so lieb gewonnen, dass ich kein anderes Heim mehr wollte und hoffte, dass mich kein anderer Mensch mitnehmen würde.

Bald unternahm ich erste Erkundigungen in der Menschenwohnung und mußte feststellen, dass eines meiner Pfötchen nicht mit wollte. Es hing völlig gefühllos an mir herunter und war mir bei jedem Schritt im Wege. Trotz Massagen, Bewegungsübungen und bitterer Pillen ist mein Pfötchen für immer gelähmt. Heute habe ich mich daran gewöhnt und trotzdem gelernt, auf Bäume zu klettern.

Mich haben keine anderen Menschen geholt, und ich bin wirklich froh darüber. Mit meinen Menschen bin ich recht zufrieden - ich habe sie so richtig lieb gewonnen. Auch die anderen Hausbewohner sind prima. Ach, kann ein Katzenleben doch schön sein!

Tschüß für heute. Euer MAX

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